Das sardische Handwerk hat seinen Ursprung in der tausendjährigen Geschichte der Insel. Es spiegelt das Leben eines Volkes wieder, das vor allem aus Hirten und Bauern bestand. Dank der Abgeschiedenheit der Insel haben sich die typischen Handwerkstraditionen bis heute erhalten. Im Laufe der Jahrhunderte kamen phönizische, romanische, byzantinische und spanische Einflüsse hinzu, die die Tradition bereichert haben. Holz, Pflanzen, Ton, Steine, Wolle und Kork sind die Materialien aus denen alle Haushaltsgegenstände, Möbel, Stoffe und Werkzeuge geformt werden. Die Dekoration ist auch heute noch an geometrischen und naturalistischen Figuren inspiriert und mit natürlichen Stoffen ausgeführt.
Die benutzten Techniken und die Verarbeitungen der Materialien gehen aber über den ursprünglichen Nutzen der Gegenstände hinaus und stehen im Dienste der Kreativität: traditionelle Gebrauchsgegenstände werden so zu kleinen Kunstwerken.
Die Hauptpersonen dieses Prozesses sind Männer und Frauen und die strickte Rollentrennung führt zu geschlechtstypischen Spezialisierungen. Jahrhunderte lang waren die Frauen für die Herstellung von Küchenutensilien und Behältern verantwortlich, für das Brotbacken und die Stoffherstellung. Die Herstellung von Haushaltsgeräten ist im Laufe der Zeit in eine künstlerische Produktion übergegangen.
Neben den alltäglichen Gebrauchsgegenständen sind die sardinischen Handwerker und Künstler Meister in der Edelmetallverarbeitung: Gold und Silber werden in religiöse Gegenstände und typischen Schmuck verwandelt. Die Einfachheit und Klarheit der sardinischen Kunstobjekte haben diese berühmt werden lassen.





